ACHTUNG: Ich distanziere mich grundsätzlich von den Inhalten aller auf meiner Page verlinkten Seiten !

Wenn nicht anders angegeben, unterliegen die gezeigten Bilder meinem Urheberrecht und dürfen nicht kopiert werden!

    Besucher seit 24.03.1999=

            © ARMPAS

 

Tipps von ARMPAS zum Gebrauchtkauf einer Bandit:

Immer mal wieder taucht diese Frage per Mail auf... schon lange will ich eine entsprechende Seite auf den Weg bringen um dies nicht jedes mal neu zu beschreiben... jetzt wird´s endlich wahr ;-)

 

 

Wo kaufen??

Die Möglichkeiten zum Gebrauchtkauf sind sehr vielfältig...

Motorrad-Händler... die wohl sicherste Möglichkeit - hat man hier doch Garantie und einen Ansprechpartner bei Problemen. Aber man zahlt auch ein paar Euro drauf...

Lokale Zeitung... ohne große Anreise ein Bike besichtigen und Probe fahren... ein guter Weg, wenn man weiß, was man will!

Überregionale Zeitung oder Internet... Wer bei einem guten Angebot den Weg nicht scheut, kann in Motorradzeitungen, Gebrauchtmärkten (Sperrmüll etc.) oder einfach im Internet (z.B: www.mobile.de) oft ein Schnäppchen machen. Auch bei www.ebay.de kann es sich lohnen - aber hier ist schon etwas Vorsicht angesagt - man kauft in einer Auktion zum Höchstpreis und hat das Fahrzeug meist nur auf Bildern gesehen...

 

 

 Erster Eindruck und erste Checks:

Nun steht man vor dem guten Stück... aber auf was soll man achten? Wer sein Bike verkauft sollte es einigermaßen sauber haben (nicht geschleckt - aber auf keinen Fall versifft!). Nun sieht man auch ob irgendwo Kratzer oder Beulen im Blechkleid oder dem Motor sind. Auch nachlackiertes sollte man entdecken können! Vor allem alles was irgendwie absteht unter die Lupe nehmen - hier verformt sich bei einem Sturz etc. das Material als erstes. Das Checkheft sollte man bei der Gelegenheit auch mal anschauen...

Nichts auffälliges entdeckt? Okay... dann gehen wir etwas in´s Detail...

Lenkkopflager: Eine typische Schwachstelle ist das Originallager der Bandit. meist schon verschlissen, bevor 20000km auf der uhr stehen und (so man es nicht selbst wechseln kann) eine Reparatur, die ein paar 100 Euro kostet! Also prüfen... ein Helfer drückt die Maschine hinten so herunter, dass das Vorderrad frei kommt. Nun den Lenker "anschucken"... er sollte ohne großen Kraftaufwand von Anschlag zu Anschlag "fallen". Besonders wichtig - er darf in der Mittelstellung nicht "einrasten". Das merkt man, wenn man um die Mittelstellung ganz leicht den Lenker hin und her bewegt - rastet er mittig ein, ist das Lager reif zum Wechseln! Seltener kommt ein zu lasch gespanntes Lager vor (u.U. um den o.g. Defekt zu vertuschen). Das merkt man am Besten, wenn man die Gabel (noch immer freies Vorderrad!) ganz unten packt und zu sich herzieht... ist hier ein Spiel fühlbar, ist das Murx (fällt u.U. auch beim Bremsen auf - knackt dann kurz).

Kettensatz: Auch hier ist der originale Satz nicht gerade der Beste... meist ebenfalls bei unter 20000km im Eimer. Dummerweise sieht man das nicht unbedingt auf den ersten Blick - denn auch ein defekter Satz kann nach gründlicher Reinigung und Schmierung gut aussehen ;-) Die Kette darf unterhalb der Schwinge (etwa in der Mitte) in unbelastetem zusatnd nicht zu straff gespannt sein (mindestens 3cm "Durchhang")... noch wichtiger ist, dass die Kette egal an welcher Stelle den gleichen Durchhang hat (also Rad drehen und an mehreren Stellen testen!). Ist sie ungleich gelängt, ist der Satz reif für den Müll! Ebenfalls einen test wert - lässt sich die Kette vom hinteren Kettenblatt mehr als 5mm abheben? zeugt ebenfalls von fortgeschrittenem Verschleiß... ebenso, wenn die Kettenspanner schon recht weit nach hinten gewandert sind durch häufiges Nachspannen!

Tank: Vor allem durch unsachgemäße Überwinterung kann man den Tank schnell ruinieren... also einen Blick mit einer Taschenlampe in den tank werfen - vor allem Richtung Benzinhahn! Ist Rost zu sehen, ist dies ein schlechtes Zeichen... selbst wenn nur der Tank und keine Motorteile betroffen sind, ist mit etwa 250 Euro für ein Gebrauchtteil von privat - oder rund 400 Euro vom Händler zu rechnen! Und ein Tank will (je nach Farbe) erst mal gefunden werden...

Auf kleinere Sachen wie Radlager, Schwingenlager usw. möchte ich nicht eingehen, da die Bandit hier eigentlich nie Probleme macht - und wenn, dann ist die Reparatur halb so wild und es müsste bei der Probefahrt auch auffallen! Ölleckagen etc. zumindest nach der fahrt bei warmem Öl...

 

 

Die Probefahrt:

Die Bandit ist bekannt dafür, dass sie nicht gerade das beste Startverhalten bei kaltem Motor an den tag legt - aber das liegt mehr an der Handhabung - eigentlich sollte der Besitzer am Besten wissen, wie seine Bandit es mag ;-)

Normalerweise reicht es den Choke ein bisschen zu ziehen und ohne Gas zu geben auf´s Knöpfchen zu drücken... eigentlich sollte der BigBlock nun hörbar seine Arbeit aufnehmen. Nun ganz leichte Gasstöße an den Motor senden... gerne dreht die nun plötzlich relativ hoch (Choke wieder etwas zurücknehmen). Der Probefahrt steht (so sie das Gas nun sauber annimmt) nichts mehr im Wege! Aber bitte nicht vergessen - der Choke kann schon nach wenigen 100 Metern ganz zurückgenommen werden!

Im kalten Zustand bitte den Motor nicht quälen - sondern die Drehzahl unter max. 5000 halten (damit geht schon einiges!)... und darauf achten, was der kalte Motor - vor allem beim Gas wegnehmen - für Geräusche macht... meist ist ein rasseln bis klackern zu vernehmen (oft nur eine erlahmte Feder des Steuerkettenspanners). Das Geräusch muss aber bei warmem Motor vollständig verschwinden!

Hingegen ist der große Motor ohne Geräuschdämmenden Wassermantel natürlich kein Leisetreter - das muss klar sein... man hört schon, dass die Ventile arbeiten und die Steuerkette über die vorgesehenen Schleifer läuft... außerdem sind die Explosionen in einem 1,2 Liter Kraftpaket natürlich nicht ohne ;-) Auffällig ist, dass sich meist ein leicht tickerndes Geräusch von irgendwo so anhört, als käme es aus dem rechten Vergaser... das hatten alle meine Bandits ein wenig und auch an anderen habe ich es schon gehört - aber kein Plan, woher das eigentlich kommt ;-)

Nun gibt´s beim Fahren noch ein Geräusch, auf welches Bandittypisch unbedingt geachtet werden muss - nämlich pfeifende bis kratzende Geräusche in einzelnen Gängen - meist bei höheren Drehzahlen und Gas Wegnahme. Besonders gerne der dritte Gang - seltener auch mal der vierte (oder ein anderer) fallen hier auf! Ist das Geräusch vernehmbar, hat das Getriebe an diesem Zahnradpaar Pitting (Materialausbrüche an den Zahnflanken). Dies zu reparieren ist ein großer Aufwand! Motor muss raus, wird von unten geöffnet, und die Zahnräder die Spuren zeigen müssen paarweise ersetzt werden (pro gang etwa 70 Euro!). Eine komplette Reparatur in der Werkstatt kommt schnell auf 1000 Euro oder mehr!!!

Noch eine Sache ist die Kupplung... die Kupplung selbst ist der Kraft des Motors locker gewachsen - aber die federn, die die Kupplung zusammendrücken geben gerne mal auf - sprich, die Kupplung rutsch bei starken Beschleunigungsattacken (möglichst noch an einem Berg) einfach etwas durch. Wird das schnell bemerkt und man baut eine dritte Tellerfeder für rund 5 Euro ein (siehe Tipp auf der Übersichtsseite) - ist alles in Butter... ist aber der Vorgänger so schon lange unterwegs und die Kupplung schleift richtig, dann sind die Reibscheiben und Stahlscheiben der Kupplung meist nicht mehr zu gebrauchen. Auch diese Reparatur kostet gleich einige 100er, wenn eine Werkstatt nötig ist...

Das war nun aber eigentlich auch schon alles - und ist mehr die Ausnahme als die Regel! Aber ich will es halt erwähnt haben ;-)

Der Motor an sich geht eigentlich nie kaputt und ist für 100000km ohne weiteres fit!

Ist alles okay, dann macht einen schönen Kaufvertrag (ADAC o.ä.), hier ist alles wichtige bereits enthalten und man muss nur die entsprechenden Felder ausfüllen.

Viel Erfolg!

 

< Zurück zur Seitenübersicht >

Designed für Bildschirmauflösung von mindesten 800X600 Pixeln von Armin Pastula alias ARMPAS - Private Internetseite!